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Rezension: Mein Contaobuch in der c't

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Wow. Die c't 26/2013 widmet auf Seite 202 eine ganze Spalte meinem Contaobuch. Bei der Lektüre wich die anfängliche Freude allerdings bald ungläubigem Staunen, denn in der Rezension stehen einige Dinge, die schlicht und einfach nicht stimmen, und die ich als Autor gerne richtigstellen möchte.

Hier also eine Rezension der Rezension. 

Das CSS steht nicht am Schluss

Der Rezensent beginnt mit der durchaus richtigen Feststellung, dass Contao ein "ernstzunehmendes Werkzeug" geworden ist und im zweiten Absatz beschreibt er dann den Aufbau des Buches. Bei diesen Zeilen wurde ich schon etwas stutzig, denn im letzten Satz heißt es:

"Am Schluss steht die optische Gestaltung der Webseiten mit CSS"

Was nicht stimmt. Ein kurzer Blick ins Inhaltsverzeichnis zeigt, dass es am Schluss keinerlei spezielle Kapitel zu CSS gibt. Die Gestaltung der Webseiten per CSS erfolgt nach einer Einführung in Kapitel 7 und 8 immer an Ort und Stelle. Zunächst wird das HTML erklärt und dann ein Vorschlag zur Gestaltung per CSS gemacht.

Falls das damit gemeint sein sollte, fehlt in dem Satz zwischen "steht" und "die" das Wort "jeweils". War wohl kein Platz mehr für. Ich fand den Satz nicht weiter schlimm, habe mich aber schon gefragt, wie man darauf kommt, wenn man das Buch vor sich liegen hat.

Ausführlich berücksichtigt Müller...

Der folgende Absatz beschreibt die thematischen Schwerpunkte des Buches, trifft den Kern der Sache aber nur zum Teil: 

Ausführlich berücksichtigt Müller unter anderem Themen wie mobile Web-Angebote, CSS-Frameworks und Responsive Web Design. 

Vielen Dank für die Blumen, aber die Vorstellung von "CSS Frameworks" beschränkt sich auf das CSS-Framework von Contao, da wäre also ein "s" zuviel. Und "Responsive Web Design" wird beim besten Willen nicht "ausführlich berücksichtigt".

Ausführlich berücksichtigt werden in dem Buch Contao und seine Core-Erweiterungen, also alle Erweiterungen, die nach der Installation von Contao an Bord sind. "Responsive" wird im Buch eigentlich nur erwähnt, weil  das auf dem "Holy-Grail-Prinzip" basierende CSS-Framework und "mobile Seitenlayouts" zwei wesentliche Neuerungen in Contao 3 waren.

Falsch eingeschätzt: Die Zielgruppe des Buches

Im vierten Absatz lässt der Rezensent dann die Katze aus dem Sack und bei der Erwähnung der "schrittweisen Kurzanleitungen" erstmals seine Meinung aufblitzen: 

Letztere haben den Charakter von To-Do-Listen. Für gestandene Webmaster sind diese viel zu ausführlich. Dabei bilden gerade erfahrene Website-Betreuer eine sinnvolle Zielgruppe für Müllers Buch. 

Mmmh. Ein Buch zu einem CMS, dass sich in erster Linie an "gestandene Webmaster" und "erfahrene Website-Betreuer" richtet, würde wohl kaum mit der Installation von XAMPP/MAMP und einer ausführlichen Vorstellung von Begriffen wie Apache, PHP oder MySQL beginnen. 

Vielleicht wäre es tatsächlich eine "sinnvolle" Idee, ein Buch zu Contao für "gestandene Webmaster" und "erfahrene Website-Betreuer" zu schreiben, aber "Websites erstellen mit Contao 3" hat dieses Ziel nicht verfolgt. Es ist ein Buch für Einsteiger. Im zweiten Absatz der Rezension steht weiter oben völlig richtig:

"Müller führt seine Leser Schritt für Schritt in die Erstellung einer Website mit Contao ein. Er setzt dabei lediglich gute Kenntnisse in HTML und CSS voraus". 

Unglaublich: Das Katalog-Modul wird verschwiegen

Direkt danach geht der Autor der Rezension zum Angriff auf den Autoren des Buches über: 

Auf der anderen Seite schweigt der Autor zu wichtigen Themen, etwa zum Katalog-Modul für strukturierte Eingaben oder zum Workflow für die Koordination größerer Redaktionsteams. 

Wow. Für Leser, die mit Contao nicht so vertraut sind: Für Contao 2 gab es eine beliebte Erweiterung namens "Catalog". Eine kurze Recherche hätte ergeben, dass diese Erweiterung für Contao 3 nie erschienen ist. Nachfolger sind die "Meta-Models", die es für Contao 3.2 momentan in einer Alpha-Version gibt.

Aber selbst wenn es den Catalog für Contao 3 gäbe, hätte ich ihn nicht beschrieben. Ich beschränke mich im Buch ganz bewusst auf die Core-Module von Contao und stelle lediglich kleinere Erweiterungen vor, die die Funktionalität punktuell erweitern. Größere Module wie isotope ecommerce oder auch die Meta-Models werden bewusst nicht beschrieben, denn sie sind nichts für Contao-Einsteiger und komplex genug für eigene Einführungen.

Der vom Rezensenten vermisste "Workflow für die Koordination größerer Redaktionsteam" ist aus meiner Sicht schlicht nicht Thema eines Einführungsbuches und wird auch in der nächsten Auflage nicht drin sein. Es steht übrigens auch nicht drin, wie man mit Contao die Weltherrschaft erlangt.

Stimmt: Das Buch eignet sich hauptsächlich für CMS-Einsteiger

Im letzten Absatz kommt dann das Fazit der Rezension:

Das Buch eignet sich so hauptsächlich für CMS-Einsteiger mit Grundkenntnissen in HTML und CSS, die sich in Contao 3 einarbeiten und ein konkretes Projekt umsetzen möchten.

Stimmt. Total. Genau das will das Buch sein, und genau das macht das Buch dem Feedback der Leser nach zu urteilen auch ganz gut. Aber warum steht in dem Satz das kleine Wörtchen "so"? Eine kleine Spitze, ein kurzes Piesacken, das seine Fortsetzung im letzten Satz der Rezension findet:

Die mitgelieferte CD-ROM erspart den Download von Contao und XAMPP oder MAMP. Die Beispieldateien zu den Kapiteln sind jedoch dürftig und wenig hilfreich.

Boing. Knock-out in der letzten Runde. Auf der CD sind neben ein bisschen Software für jedes Kapitel die Dateien, die man zum Durcharbeiten benötigt. Grafiken, Dateien, die das Abtippen der Texte ersparen, und so weiter. Das kann man als "dürftig" umschreiben, aber "wenig hilfreich" ist es nicht.

Aber als letzter Satz, als bleibender Eindruck, den der Rezensent dem Leser mit auf den Weg gibt, ist dieser Satz unfair. Das Buch hat in den letzten gut drei Jahren tausenden von Lesern geholfen, Contao zu verstehen, und die letzten Worte der Rezension sind dann "dürftig und wenig hilfreich". Tss.

Ignoriert: Die Website zum Buch

Im Gegensatz zur CD wird die Website zum Buch komplett ignoriert. Ein kurzer Besuch hätte dem Rezensenten auf der Downloadseite zum Beispiel einen kompletten Satz "Frontend-Templates" zur Verfügung gestellt: 

Diese Frontend-Templates sind nicht auf der CD, weil die Erweiterung [BackupDB], mit der sie erstellt wurden, bei Redaktionsschluss des Buches für Contao 3 noch nicht freigegeben war. Frontend-Templates sind eine tolle Sache, denn damit kann der Leser in jedem beliebigen Kapitel einsteigen und so auch nur einzelne Themen vertiefen oder wiederholen. Ideal zum Beispiel für "gestandene Webmaster". 

Aber so ein Besuch auf der Website zum Buch ist natürlich nicht drin. Deshalb wird auch nicht erwähnt, dass im Web die fertige Beispielsite online verfügbar ist, damit der Leser zwischendurch beim Erstellen der Beispielsite mit einer fertigen Version vergleichen kann. 

Fazit: "dürftig und wenig hilfreich"

Ich mag natürlich falsch liegen, aber ich kann mich des Eindrucks nicht wehren, dass die Rezension etwas lustlos geschrieben wurde. Der Rezensent hat als "gestandener Webmaster" wahrscheinlich mit einem Seufzer gedacht "Schon wieder so ein Einsteigerbuch", Inhalts- und Stichwortverzeichnis studiert, ein bisschen im Buch geblättert und losgelegt.

Im Web stand dann irgendwo, dass "das Katalog-Modul" eine für Contao wichtige Erweiterung ist, und die wird im Buch nicht mal erwähnt. Noch eben die CD ins Laufwerk, aber schon ein Besuch auf der Website zum Buch war nicht mehr drin. Die c't hatte auch schon besser recherchierte Beiträge. 

Fazit? Sorry, aber diese Rezension könnte man mit ihren eigenen letzten Worten treffend umschrieben: "dürftig und wenig hilfeich".

Nachtrag vom 5. Dezember 2013

Von der c't kam heute via Mail an Galileo die Nachricht, dass einige Formulierungen auf den zweiten und dritten Blick etwas unglücklich seien, "hauptsächlich deswegen, weil sie ganz offenbar Missverständnisse hervorrufen".

Das sehe ich wie oben beschrieben nach wie vor deutlich anders, aber schwamm drüber. Next time better. Mein Vertrauen in die Verlässlichkeit von c't-Rezensionen ist nach diesem Erlebnis jedenfalls deutlich gesunken. 

Letzte Änderung am Text: 5. Dezember 2013, 12:40 Uhr 

Peter Müller - Autor und Dozent

Mein Name ist Peter Müller. Ich bin Autor diverser Fachbücher und Videotrainings, Dozent und Webworker.

Ab und an schreibe ich hier im Blog Beiträge zu den verschiedensten Themen, aber meistens hat es was mit dem Web zu tun.

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Kommentare

Kommentar von Darko Kojic |

I apologize to the site owner and the rest of readers for writing my comment in English. "Once upon a time", I have told my opinion to Mr Mueller in personal correspondence, but I will repeat it here too.

I bought the first edition of book when it was Contao 2. I was absolute beginner in Contao, and didn't know anything about making websites with it. But, thankfully to that book, not only that I have managed to create my personal projects, I also expanded my knowledge about CSS and basic webdesign principles. In the process of learning "To-do" lists were crucial for successful mastering of Contao CMS. Also, I appreciate it, because all important components of one modern website were described (Forms, News, Articles, Galleries, etc.) Solid basics were given. Customization is up to web designer.

Beyond that, Mr Mueller was ready to help whenever I had some question about Contao, which I asked at FB page or over the Beispielseite. I don't know many authors who are established such relationship of respect with their readers.

I have ordered C3 book few days ago, and I am expecting its delivery soon. But, after c't review... Hmmm... Maybe, I should return it?! ;) Okay, it's a joke. Based on my personal experience with Mr Muellers book(s) I even considering to order his latest "Flexible boxes" too.

So, Mr Mueller, I can understand how such review could have impact on your work, book position on market (we all read different reviews, which give us first impression about things which we don't know yet). But, there are many other reviews on Internet (Amazon eg.) which should be counted as well. Personally, I prefer to evaluate Leseprobe than reviews of people who I don't know.

Kommentar von Edgar Selting |

Ich weiß noch, wie ich mit dem Buch und Contao angefangen bin, inzwischen verdiene ich Geld damit. Das geht natürlich nicht mehr nur mit dem Wissen, was ich aus dem Buch habe, aber genau dieses Buch war die Grundlage.

Und ich lege es jedem Kunden inzwischen dazu. Macht den "Support danach" super easy, ich verweise beim redaktionellen Teil auf die Seitenzahlen, wie ich Dir mal erzählt habe und gerade die angeprangerten To-Do-Listen, sind der Hit für jemanden, der wenig oder keine Webmasterkenntnisse hat.

Kommentar von Stefan |

> C't Zitat: "Auf der anderen Seite schweigt der Autor zu wichtigen Themen, etwa zum Katalog Modul"

Blöd, wenn man sich damit als Unwissender outet und man erfahren muss das es sowas nicht mehr gibt unter Contao 3. Wie glaubhaft der Rest dann ist, kann sich jeder selbst zusammenreimen.

Kommentar von John Raschedian |

Das Buch "Websites erstellen mit Contao 3" von Peter Müller habe ich drei mal gelesen und durchgearbeitet. Das Buch ist einfach wunderbar und praktisch. 

In den letzten 7 Jahren habe ich viele Bücher und Fachbücher gelesen. Viele Bücher und Artikel die veröffentlicht werden sind einfach gar nicht gebrauchbar. Peter weiß worüber er schreibt. Er kann es sehr gut darstellen und organisieren. Diese Kombination kann man sehr selten finden.

Das Buch finde ich einfach klasse!

Kommentar von Chris |

Hallo Peter, ich fand dein Buch Klasse. Gut gemacht. Es hat Spass gemacht... Als erfahrener Webmeister habe ich einfach die Kapitel mit Xamp und Mamp übersprungen. Ein Buch für gestandene Webmeister - oh ja unbedingt - z.B. in Form von "wir bauen eine Erweiterung für ein kleines Hotel, Zimmervermittlung..." etc. Zugeschaut, mitgebaut. Ich bestell das Buch schon mal vor... ;-)

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