Über Designer und Entwickler

Ich arbeite gerade am Videotraining „HTML5 für Designer“ und habe ich mir daher mal ein paar grundlegende Gedanken über die Begriffe „Designer“ und „Entwickler“ gemacht.

Was ist ein »Designer«?

Design ist in und Design ist schick. Es gibt Designerbrillen, Designerklamotten und vieles mehr, aber was genau ist überhaupt so ein „Designer“? Die Wikipedia sagt dazu:

Der Designer oder Gestalter formt und gestaltet Medien wie Fotografien, Filme, Webseiten oder andere Produkte…

Ein deutsches Wort für Designer wäre also „Gestalter“, und ein Designer „formt“ etwas. Er hat etwas mit Layout zu tun, denkt eher visuell und fühlt sich in grafischen Programmen zu Hause. Als Schaubild könnte das so aussehen wie in der folgenden Abbildung.

Designer spielen gerne im Illustrator und anderen schicken Programmen von Adobe rum. Zum Feierabend stapeln sie Ebenen in Photoshop und tweeten das Ergebnis. Ohne Designer sähe das ganze Web so aus wie useit.com von Jakob Nielsen.

Was ist ein »Entwickler«?

Das Web ist aber mehr als „Papier mit Hintergrundbeleuchtung“ und Interaktivität bedeutet, dass Daten in Formulare eingegeben und in irgendeiner Form verarbeitet werden. Und da kommen die Entwickler ins Spiel.

Entwickler sind der Gegenpol zum Designer. Im Wikipedia-Artikel über „Webdesigner“ heißt es:

In großen Internetagenturen wird der Webdesigner oftmals ausschließlich für das Layout und Design der Webseiten eingesetzt. Weitergehende Aufgaben werden dann von anderen Spezialisten wie Programmierern in Arbeitsteilung übernommen.

Mit „weitergehende Aufgaben“ ist zum großen Teil Programmierung gemeint. Ein Entwickler, neudeutsch Developer, ist jemand, der sich sich in erster Linie um die Funktion kümmert. So wie ein Designer sich eher in grafischen Programmen zu Hause fühlt, leben Entwickler in Texteditoren. Ihr Biotop ist der Quelltext.

Entwickler verbringen ihre Zeit auf Github, lieben die Kommandozeile und optimieren ihren Tagesablauf mit tausend verschiedenen Tools. Zum Feierabend geht’s ab in den IRC, denn Twitter ist für Weicheier. Ohne Entwickler wäre das Web immer noch ein gigantisches Epidiaskop zum Betrachten von Dokumenten.

Designer vs Entwickler

„Designer“ und „Entwickler“ sind also bei der Erstellung von Websites zwei gegensätzliche Pole, aber in dieser Reinform gibt es sie eigentlich kaum. Die meisten Webworker sitzen irgendwo dazwischen, die einen mehr in Richtung Designer, die anderen eher in Richtung Entwickler, und es gibt nur wenige, die das gesamte Spektrum beherrschen.

Was für Designer wichtig ist, ist für Entwickler unwichtig, und umgekehrt genauso. Wobei sie sich, wie die folgende Grafik zeigt, perfekt ergänzen.

Designer müssen nicht perfekt programmieren können, aber sie müssen verstehen, dass im Web nicht nur die Gestaltung zählt und dass hinter der hübschen Fassade Code am Werk ist. Entwickler hingegen müssen kein Designstudium absolvieren, sollten aber begreifen, dass auch im Web nicht nur die Funktion zählt.

Was aber wirklich wichtig ist, dass sie miteinander reden. Das Zauberwort heißt Kommunikation. Designer und Entwickler müssen einander soweit verstehen, dass sie miteinander reden können. Ob sie es dann auch tun hängt von anderen Faktoren ab.

Die Illustrationen in diesem Blogbeitrag stammen aus dem Videotraining „HTML5 für Webdesigner“ an dem ich gerade arbeite und das demnächst bei video2brain erscheinen wird. Die beiden Visualisierungen zu „Designer“ und „Entwickler“ (die mit den vielen Kugeln) basieren auf einer Powerpointvorlage, die video2brain mir zur Verfügung gestellt hat. Vielen Dank dafür. 

Mein Name ist Peter Müller. Ich bin Autor diverser Fachbücher und Videotrainings, Dozent und Webworker.

Hier im Blog schreibe ich Beiträge zu den verschiedensten Themen, aber meistens hat es was mit dem Web zu tun.

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