Das Civil Rights Museum in Memphis

National Civil Rights Museum in Memphis, Tennessee

Das National Civil Rights Museum steht direkt neben dem früheren Lorraine Motel, in dem im April 1964 Martin Luther King erschossen wurde. Bei unserem Besuch im April 2014 war das Museum gerade neu eröffnet und wirklich ein Erlebnis.


Das Lorraine Motel

Zunächst mal ein paar Worte zum Lorraine Motel, das in den 1960ern eines der wenigen Motels in Memphis war, in dem Schwarze freundlich empfangen wurden. Wenn Martin Luther King also in Memphis war, übernachtete er in diesem Motel, und heute ist es integrierter Bestandteil des Civil Rights Museums.

Im Lorrain Motel verblieben auch viele schwarze Musiker, die für Plattenaufnahmen bei Stax Records in Memphis waren. Songs wie In The Midnight Hour von Wilson Pickett und Knock on Wood von Eddie Floyd wurden hier geschrieben.

Die Hausband von Stax Records hieß Booker T and the MGs und sie bestand aus zwei schwarzen und zwei weißen Musikern, was für die Zeit eine Seltenheit war.

Die Band begleitete unter anderem Künstler wie Otis Redding, Sam & Dave, Eddie Floyd, Wilson Pickett und the Staple Singers.

In den 80ern feierten die Booker-T-Mitglieder Willie Hall (Drums), Donald Duck Dunn (Bass) und Steve Cropper (Gitarre) übrigens ein Revival als Begleitband der Blues Brothers.

Aber zurück zum Museum.

Zimmer 306

Neben dem Müllwagen ging man durch eine Tür, und plötzlich stand man in Zimmer 306 des Lorraine Motels, also genau in dem Zimmer, auf dessen Balkon Martin Luther King im April 1968 erschossen wurde. Gegenüber sah man das Gebäude, von dem die Schüsse kamen.

Boing.

In Zimmer 306 erklärte ein älterer Herr mit unglaublichem Enthusiasmus, was an jenem Abend passierte, und das es ein paar merkwürdige Zufälle gab. Dr. King übernachtete zum Beispiel meist in einem anderen Zimmer, und wurde an diesem Abend erstmals hier einquartiert.

Mit einem Schlag wirkte die gesamte Ausstellung wie eine zwangsläufige Kette von Ereignissen, die mit der Sklaverei beginnt und mit der Ermordung von MLK endet.

Die USA nach der Ermordung von MLK

Wenige Wochen nach Martin Luther King wurde Robert Kennedy erschossen, im Herbst endete die Democratic Convention in Chicago im Chaos und im November wurde Nixon als Präsident gewählt.

Abends in der Hotellobby erzählte ein älterer Amerikaner, dass er Dr. King persönlich gekannt hat, und dass in 1968 das Land auseinanderzubrechen schien. Als er damals zum Studium nach Italien ging, hielt er es durchaus für möglich, das er nie wieder zurückkehren würde.

Und heute? Fast 60 Jahre später könnte man frei nach einem Song aus den 60ern sagen The times they’re not a-changing ….

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